:: ANTISLAWISMUS
In meinen Texten und Veranstaltungen gehe ich von folgender Definition für den Begriff Antislawismus aus:
"Antislawismus ist eine Form der strukturellen Diskriminierung, die mit rassistischen Logiken operiert und in historischer Kontinuität zur Unterdrückung von Menschen führt, denen eine Zugehörigkeit zu einer sozialkonstruierten Gruppe – 'die Slaw*innen' bzw. 'Osteuropäer*innen' – zugeschrieben wird."*
Dabei lässt sich diese Definition nicht isoliert betrachten, sondern nur unter Einbeziehung historischer Phänomene wie Antibolschewismus, Antikommunismus sowie der historischen Abwertung von Osteuropäerinnen („antiosteuropäischer Rassismus“ nach Panagiotidis und Petersen). Zugleich sind intersektionale Verschränkungen mit anderen Diskriminierungsformen zu berücksichtigen, etwa Antisemitismus, Rassismus gegenüber Sintizze und Rom*nja, antiasiatischer Rassismus, antimuslimischer Rassismus, Klassismus, Migratismus oder Sexismus. Ebenso sind ausbeuterische kapitalistische Logiken und bestehende gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse in die Analyse einzubeziehen.
*Isa Luzie Brodnjak/Sergej Prokopkin: Antislawismus - eine Lücke im deutschen Antirassismusdiskurs. Versuch einer Definition, in: Und plötzlich war da Krieg. Kontext und Auswirkungen des russischen Angriffskriegs. S. 07.
